| Chronik der Mensa |
|
|
|
CHRONIK DER MENSAFRÜHJAHR 1990 Im Rahmen des Erweiterungsbaues des Gymnasiums soll eine Cafeteria gebaut werden. Eine kleine Gruppe von Eltern schließt sich zusammen. Sie wollen sich Gedanken über die sinnvolle Nutzung der Cafeteria machen. Verschiedene Mensen im Ländle werden besucht. Das Ergebnis ist enttäuschend: Fertigkost, viel Abfall, zu teuer, zu viel Fettes und Süßes... Endlich kommt der heiße Tipp: HERBST 1990 Die Elterninitiative (je zwei Personen von Grund- und Hauptschule, Realschule und Gymnasium) besichtigt die „Schul-Mensa“ des Georgii-Gymnasiums in Esslingen. In einer Besprechung am 12.9.90 wird dieses Modell den Schulleitern der drei Schulen des Schulzentrums und den Elternbeiratsvorsitzenden sowie den Vorsitzenden der Fördervereine der Realschule und des Gymnasiums vorgestellt und von allen befürwortet. Das Mensaprojekt wird in der Gemeindeverwaltung vorgestellt. Bürgermeister Schäfer signalisiert seine Zustimmung, wenn sich genügend Eltern zur Mitarbeit bereitfinden. In den Elternabenden wird das Vorhaben lebhaft diskutiert. Am 17.10. findet in der Großen Aula ein INFO-Abend statt. Frau Feldmann, die Vorsitzende des Vereins „Schülerhilfe Mensa am Georgii-Gymnasium in Esslingen“ stellt überzeugend ihre Organisation vor. Viele Fragen werden diskutiert über dieses arbeitsintensive Projekt. Es setzt eine private und öffentliche Werbekampagne ein. Vor allem Gertrud Rahlenbeck und Christa Streicher haben mit sehr viel Engagement und unermüdlichem Einsatz Personen zum Mitmachen motiviert. Immer mehr Eltern, Großeltern, Freunde lassen sich begeistern. Sie sind bereit, einmal pro Monat unentgeltlich für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte am Schulzentrum zu kochen!. Karin Hofstädter, Architektin und Mutter von 4 Kindern, entwirft und zeichnet in ehrenamtlicher Arbeit den Plan „unserer“ Mensa-Küche. 1991 Der kleine Kreis der ersten Stunde vergrößert sich, die Aufgaben (Kontakt zum Rathaus, Ausarbeitung einer Satzung, Koordination der Arbeitskreise, Verbindung zu den Schulen) müssen auf möglichst viele Schultern verteilt werden. Karin Hofstädters Plan der Mensaküche mit Essensausgabe – harmonisch in den Mensaraum eingebunden, praxisbezogen und bis ins Kleinste durchdacht - wird in der Gemeinderatsitzung am 5.2.1991 mit überwältigender Mehrheit angenommen. Inzwischen haben bereits 52 Personen ihre Mitarbeit in der Mensaküche zugesagt. Am 16. Mai wird ein Verein gegründet. Mitglieder des Vereins können aktiv in der Mensa mitarbeitende Personen werden.(Satzung § 5)
Ein Vorstand wird gewählt: Gertrud Rahlenbeck, Vorsitzende Christa Streicher, stv. Vorsitzende Annemarie Becker, stv. Vorsitzende Adalbert Schmidt, Kassenwart Christine Hering, Schriftführerin Rosemarie Giesecke, Kassenprüferin Karin Hofstädter, Kassenprüferin Christine Hering hat kompetent mit viel Ruhe und Sachlichkeit den anfallenden Schriftverkehr erledigt. Zahlreiche Arbeitskreissitzungen waren notwendig, um die vielen Fragen zu klären. Kochgruppen werden gebildet. Das Thema „was kochen wir“ wird lebhaft diskutiert. Rosemarie Giesecke, eine Fachfrau in Hauswirtschaft, hat mit großem Einsatz die einzelnen Kochgruppen-Verantwortlichen beraten, ihnen immer wieder Mut gemacht und Kochrezepte auf große Mengen hochgerechnet. Die Köchinnen und Köche bereiten sich auf den „Tag X“ vor. 4. MAI 1992 MENSASTART „Chili con carne“ 110 Portionen - der erste Kochtag wird ein voller Erfolg. 80 Mitglieder kochen nun in verschieden Teams von Montag bis Donnerstag. Schon bald müssen angesichts der steigenden Essenszahlen (von ca. 100 auf 200 Essen pro Tag) die Kochgruppen aufgestockt werden. Jede Kochgruppe mobilisiert ihre letzten Kräfte, der Bekanntenkreis wird nochmals erfolgreich nach potentiellen Köchinnen und Köche durchgeforstet. Eine Idee ist Wirklichkeit geworden! 1992 - 1996 Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken werden jährliche Veranstaltungen, wie z.b. Ausflüge, Seminare, Fortbildungen angeboten – so lernen sich die Mitglieder auch über ihre Kochgruppe hinaus kennen. Höhepunkt und geschätzte Tradition ist das jährliche Mensafest. Die Lehrkräfte des Schulzentrums bedanken sich bei allen ehrenamtlichen Köchinnen und Köchen mit einem „rauschenden Fest“. Die ersten Rezepte werden veröffentlicht in einem Kochbuch. Die Mitgliederzahlen sind weiter steigend. Seit März 1995 wird auch freitags gekocht. 180 Köchinnen und Köche teilen sich in 20 Kochgruppen die Arbeit. Ein weiterer Mann wird in den Vorstand gewählt: Peter Bauer als stv. Vorsitzender. Er entlastet Gertrud Rahlenbeck im Einkauf von Lebensmitteln und unterstützt die Mensa bei vielfältigen handwerklichen Arbeiten. Margret Löhr unterstützt das Vorstandsteam und übernimmt die Verantwortung für die Kochgruppen-Einteilung und Werbung. Der Vorstand mahnt immer wieder, auf äußerste Wirtschaftlichkeit im Bestellen und im Verbrauch zu achten und Mut zu haben, alles selbst zu kochen und auf Fertigprodukte zu verzichten. 1997 – 2007 Die Mensa feiert 5-jähriges Jubiläum und bringt ein zweites Kochbuch heraus. Ein Benefizessen zugunsten der PCB-Sanierung der Schule wird veranstaltet. Mit einem first-class-Menü – gekocht von Eva Just mit Team werden die Teilnehmer (Bürgermeister, Gemeinderäte, Schulleiter, Lehrer, Landtagsabgeordnete) verwöhnt. DM 4000,-- konnte als Spende der Gemeindeverwaltung übergeben werden. Adalbert Schmidt, von Anfang an zuständig für die gesamten finanziellen Abwicklungen - hat diese nicht nur äußerst gewissenhaft erledigt – sondern er erreichte bei den Finanzbehörden, dass der Verein endlich die „Gemeinnützigkeit“ zuerkannt bekam – Vorreiter für viele andere Mensen! Ein „Bürgermeisterkochen“ sowie ein „Schulleiterkochen“ wurde mit viel Spaß am gemeinsamen Kochen veranstaltet. Im Vorstand gibt es Veränderungen. Gertrud Rahlenbeck, die Gründungsmutter unserer Mensa und Christa Streicher haben in der Entwicklungsphase sehr viel Zeit investiert und standen tatkräftig hinter der Idee, am Schulzentrum Neckartenzlingen eine Mensa einzurichten, die von Eltern betrieben wird. Ihr großes Engagement war stets vorbildlich und hat Viele angesteckt. Ihre Kinder haben die Schule durchlaufen und sie geben ihre Ämter als Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende ab an Karin Hofstädter (2000) und Margret Löhr (1997). Der neue amtierende Vorstand übernimmt 2002 unter dem Vorsitz von Karin Hofstädter die vielfältigen Aufgaben. Die Mensa ist nicht mehr wegzudenken am Schulzentrum. Es werden täglich bis zu 300 Hauptessen frisch zubereitet; entsprechend dazu Suppen, Salate, Desserts und Kuchen angeboten. Die Mensa trägt erheblich zu einem harmonischen Schulklima bei. Hier erleben Schülerinnen und Schüler ihre Lehrkräfte auch außerhalb der Schulatmosphäre, können leichter das eine oder andere Problem mit ihnen besprechen oder einfach ein paar Worte wechseln, und hier sehen Jugendliche, dass ehrenamtliches Engagement Spaß macht. Verschiedene Mensen werden in ihrer Gründungsphase unterstützt (Nürtingen, Kirchheim, Gomaringen usw.) und viele Erfahrungen können so weitergegeben werden. Der Kontakt zu den Partner-Mensen wird gepflegt durch Treffen und Kontakte zum Erfahrungsaustausch untereinander und in einem „mensanet“ kommuniziert. Was in der großen Politik versäumt wurde, für mehr Betreuungseinrichtungen unserer Kinder zu sorgen, wird in Neckartenzlingen - einer Ortschaft mit 6000 Einwohnern und 2000 Schülerinnen und Schüler – mit großem Erfolg seit 16 Jahren in vorbildlicher Weise in guter Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und mit viel ehrenamtlichem Engagement von über einem Drittel der Elternschaft umgesetzt und vorgelebt. Das 10-jährige und 15-jährige Bestehen wurde jeweils gebührend gefeiert mit einem großen Fest und einem „Tag der Offenen Tür“. Ein drittes Kochbuch wurde veröffentlicht.
|
| < Zurück |
|---|